Workshop
05. Mai 2021

Lawrence Abu Hamdan Künstler, Dubai

Lawrence Abu Hamdan

Bei der Analyse der Grenzbereiche von Klang und Stimme stoßen wir immer wieder auf Formen der Grenzüberschreitung, seien sie materiell, juristisch, sensorisch oder konzeptuell. In diesem Seminar untersuchen wir die Art und Weise, wie die Stimme die Grenzen zwischen Staaten überschreitet, sowohl die nationalen als auch die ontologischen und konzentrieren uns dabei auf die Art und Weise, wie der Klang die Unterscheidung zwischen Vorder- und Hintergrund aufhebt, indem er durch die Wände eines Gebäudes hindurchsickert vergleichbar wie zwischen den Sinnen selbst. Diese materiellen und vermittelten Bedingungen des Klangs verstärken die allgemeinen Schwierigkeiten, die bei der Beurteilung der Wahrhaftigkeit jeglicher Art von medialer Evidenz auftreten. Da Schall nicht von dem Raum, in dem er erklingt und den Menschen, die ihn wahrnehmen, isoliert werden kann, kann er als Beweismittel oft nicht den grundlegenden Anforderungen an juristische Objektivität genügen. Als solches ist die Analyse von Klang eine Herausforderung für die Art und Weise, wie Beweisfragmente konventionell produziert werden. Die relationalen, durchlässigen Qualitäten der untersuchten Klänge bedrohen ihre Objektivität. Klang und Sprache können daher als Vorschläge für die Erhebung von Beweisen dienen, die nicht auf einzelnen Untersuchungseinheiten beruhen, sondern auf der Idee, dass sich der Wahrheitswert gerade aus ihren relationalen Qualitäten ableiten lässt. Der Zweck dieses Seminars ist es also zu zeigen, dass wir durch das Hören der spezifischen Art und Weise wie Klang verarbeitet, aufgezeichnet und im Gedächtnis kodiert wird, gezwungen sind, die Art und Weise wie wir Zeugenaussagen anhören, Beweise einholen und Verbrechen hören, über das Klangliche hinaus zu erweitern.

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