Vortrag
04. Dezember 2018

Julian Palacz Medienkünstler, Wien

data like you and me

Die konzeptuellen Arbeiten von Julian Palacz befassen sich mit der Ästhetik von Daten und den Spuren von Information, die wir digital und physisch hinterlassen. In Referenz zur Omnipräsenz von Software und Algorithmen in Gesellschaft und Politik bildet Programmieren die Grundlage seines künstlerischen Prozesses. Vor seinem kritischen, wie auch technologischen Hintergrund, untersucht Palacz die Mechanismen von Analyseverfahren moderner Massenüberwachung und Werkzeuge der Informationsverarbeitung mit Methoden der Dekontextualisierung und sucht nach ihren künstlerischen Qualitäten. Mit ironischem Kommentar und hoch ästhetisierten Arbeiten will er facettenreiche Aspekte einer ambivalenten Reflexion beleuchten und neue Perspektiven auf zeitgenössische Prozesse anregen.

Julian Palacz, geboren 1983, lebt und arbeitet in Wien. Studium Digitale Kunst 2003-2010 an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Peter Weibel und Virgil Widrich. Mitbegründer des Verlags TRAUMAWIEN für digitale Lyrik.
Zu seinen letzten Ausstellungen zählen die Einzelausstellung Pattern Recognition im Österreichischen Kulturforum Warschau (2017) und Ausstellungsbeteiligungen wie TRACE, Museum of Contemporary Art, Belgrad/Serbien (2018), In die Stadt, Museum Moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt (2018), Open Codes, ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe/Deutschland (2017) sowie ich weiß nicht, Museum für angewandte Kunst, Wien (2017).
Zusätzlich erhielt Julian Palacz Preise wie das Wimmelforschungs-Stipendium (2018), Staatsstipendium für Video- und Medienkunst (2015), Swatch Art Peace Hotel Residency Shanghai (2013), Honorary Mention Interactive Art und Prix Ars Electronica (2011).

http://julian.palacz.at

Info

SR 21, 4. Stock, Vordere Zollamtsstraße 7, 1030 Wien

Weitere Aktivitäten

Workshop
17. Dezember 2020

Fremde Blicke & Daten-Portraits

Überwachung in der zeitgenössischen Kunst

Wir beschäftigen uns mit unterschiedlichen künstlerischen Positionen, die mit Privatsphäre und Überwachung auf verschiedene Weisen in Verhandlung treten. Es wird ein breites Spektrum an Werken vorgestellt, wir werden darauf eingehen wie sich Künstlerinnen und Künstler seit den 1970ern mit der Thematik beschäftigt haben und welche Verschiebung diese Auseinandersetzung über die Zeit erfahren hat. Es werden historische Wurzeln des heutigen Überwachungsbegriffs näher untersucht, wie die Entwicklung moderner Strafsysteme, die Einführung von biometrischen Messverfahren, die Rolle von Fotografie in der Kriminalistik, Konzepte für neuartige Gefängnisse, oder auch die Voraussetzung für Überwachung – die Beobachtung.
Anknüpfend an die vorgestellten Themenbereiche werden eigenständige Projekte entwickelt, die sich beispielsweise mit einer Analyse von persönlichen Daten, dem Hinterlassen von Spuren im Netz, der Rolle des Überwachenden bzw. des Überwachten, einer Videobild-Analyse, einem möglichen Ende der Privatheit, oder einer Zweckentfremdung von Überwachungstechnologie auseinandersetzen.