Vortrag25. November 2014

Waltraut Cooper Licht- und Medienkünstlerin, Wien

Kunst und Wissenschaft

Waltraut Cooper schildert als Künstlerin, Mathematikerin und theoretische Physikerin ihren Dialog seit den frühen 80er Jahren zwischen den Künsten und der sich beschleunigenden technologischen Entwicklung in damals völlig neu zu denkenden und neu zu erkundenden Bereichen wie etwa Computer und Licht. Sie erörtert, wie die Gegenpole analytisches Denken und kreative Intuition dabei einen reichen Kanon an künstlerischen Ausdrucks-möglichkeiten eröffnen für Arbeiten, wie sie u.a. in den beiden Werkgruppen „Digitale Poesie“ und „Regenbogentrilogie“ zusammengefasst sind und auf einer Synthese zwischen offener Poesie und strengem Code, spielerischem Erleben und festgelegten Regeln, analoger Sinnlichkeit und digitalem Konstrukt aufbauen.
In der Werkgruppe „Digitale Poesie“ mit Beiträgen zur Biennale Venedig 1986/Kunst und Wissenschaft, zu Arte Laguna/Biennale Venedig 1995 und vorwiegend mit Konzentration auf installative architekturbezogene Lichtarbeiten, wird mit gestalterischer Reduktion auf das Wesentliche ein geometrisch orientiertes Formenvokabular benützt, das häufig auf mathematisch abgeleiteten Zahlenreihen und Konstruktionen basiert und zu einem Überschreiten tradierter Grenzziehungen zwischen den verschiedenen Künsten, aber auch zwischen den verschiedenen Wissenskulturen – der Wissenschaft und Kunst – führt.
In der Differenzen und Grenzen überwindenden Werkgruppe „Regenbogentrilogie“
(Österreich 1999, Europa 2004, weltweit 2015) mit symbolischer Akzentuierung historisch und kulturell bedeutender Bauwerke werden die Konzepte grenzüberschreitender Illuminierungen neu formuliert. Die Aussagekraft und Spiritualität des farblichen Lichtes werden hier – siehe TIME SPACE  EXISTENCE /  Architekturbiennale Venedig 2014 – zum Brückenschlag zwischen Ideen, Menschen und Kulturen auf der Suche nach Verständigung, Akzeptanz und weltweitem Frieden.

Die in Linz geborene Licht- und Medienkünstlerin Waltraut Cooper (* 1937 ) studierte Kunst, Mathematik und theoretische Physik in Wien, Paris (Sorbonne), Santa Barbara (Kalifornien), Lissabon und Frankfurt (Städelschule). Sie war Teilnehmerin an der Biennale Venedig 1986 / Kunst und Wissenschaft, Arte Laguna / Biennale Venedig 1995 und TIME SPACE EXISTENCE / Architekturbiennale Venedig 2014. Ihre Arbeiten wurden u.a. in Wien, Berlin, Rom, Paris, Montreal, Boston, Washington, New York und Peking gezeigt.

www.cooper.at
 

Info

Rustenschacherallee 2-4, 1020 Wien

Vortrag

Timm Ulrichs

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4. April 2017, 17 Uhr