Vortrag4. November 2014

Jochen Gerz Künstler, Irland

Grazer Geschichten

(your neighbour is my neighbour) – Kunst für wen?

Präsentation und Erfahrungsberichte über die Entstehung von Arbeiten im öffentlichen Raum (beauftragte und nicht beauftragte, realisierte und dann entfernte) in Frankreich, Deutschland, England, Irland, Italien und last not least Österreich. Erfahrungsberichte über Kunst, über Menschen (Auftraggeber und Teilnehmer) und über Öffentlichkeiten.

Jochen Gerz wurde 1940 in Berlin geboren und lebte von 1966 bis 2007 in Paris. Heute ist er in Westirland ansässig. Von 1959 bis 1963 studierte er in Köln, Basel und London Literatur, Sinologie und Urgeschichte. Partizipative Arbeiten im öffentlichen Raum seit 1967; Foto/Texte seit 1969; Installationen, Video, Performances von 1970 bis 1985.

Gerz arbeitet seit dem Ende der 1960er Jahre mit neuen Medien (mehrere Documenta-Beiträge, Teilnahme 1976 mit Beuys und Ruthenbeck an der 37. Biennale von Venedig im deutschen Pavillon, zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen und Retrospektiven in deutschen, europäischen und nordamerikanischen Museen).
Seit Mitte der 1980er Jahre arbeitet er im öffentlichen Raum an gesellschaftlichen Prozessen. Im Zentrum dieser Arbeit steht die Öffentlichkeit selbst, ohne deren Teilnahme seine Kunst nicht mehr entstehen kann. Gerz nennt das kreative Potenzial von Menschen, das nicht nur den individuellen Alltag, die Arbeit und Entwicklung des Einzelnen bewegt, sondern das ganze gesellschaftliche Zusammenspiel zum Ziel hat, „öffentliche Autorschaft“.
Seine öffentlichen Arbeiten zur Erinnerung wie Hamburgs Mahnmal gegen Faschismus (1986) und 2146 Steine (Mahnmal gegen Rassismus), das unsichtbare Mahnmal von Saarbrücken (1993), Le Monument Vivant von Biron (1996) sowie The Future Monument von Coventry (2004) gehören international zu den meist zitierten Beispielen der partizipativen Kunst. Zu den Arbeiten der jüngsten Vergangenheit gehören 2-3 Strassen, Duisburg, Dortmund, Mülheim/Ruhr (2010) und Noi e loro, Ostia (2011). Aktuell entsteht seit 2006 in Bochum der Platz des europäischen Versprechens.
Seit 1972 Lehrtätigkeit an renommierten Kunstinstitutionen weltweit.
Jochen Gerz ist Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, und Honorarprofessor an der Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig.
Preise und Auszeichnungen (Auswahl): Deutscher Kritikerpreis, Berlin 1996; Ordre National du Mérite, Paris 1996; Peter Weiss-Preis, Bochum 1996; Grand Prix National des Arts Visuels, Paris 1998, Preis der Montag-Stiftung, Bonn 2011.

www.jochengerz.eu

Info

Rustenschacherallee 2-4, 1020 Wien

Weitere Aktivitäten

Vortrag

Timm Ulrichs

Ich stelle mich/mir vor

4. April 2017, 17 Uhr