Curriculum für TransArts – Transdisziplinäre Kunst
 

Ausgangslage und Perspektiven (Auszug)


Das System Kunst, in dem Absolventinnen und Absolventen des Studiums „TransArts“ arbeiten werden, oszilliert zwischen unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen, zwischen Theorie und Praxis, zwischen Konzept und künstlerischer Technik, künstlerischer Produktion, ihrer Kontextualisierung und Vermittlung. Kunst wird dabei nicht nur durch traditionelle Formen von Unterricht gelehrt und erlernt, sondern entsteht besonders aus Kommunikation, Ideenreichtum und reflexivem Arbeiten im Austausch mit Lehrenden ebenso wie Studierenden. Das Studium „TransArts“ versucht diese kreativitätsfördernden Prozesse durch eine neue, mit der auch universitären Tradition von disziplinärer Abgrenzung brechende Studienarchitektur zu verstärken, um so einen radikal neuen, in vielerlei Hinsicht einzigartigen Ansatz künstlerischer Ausbildung zu schaffen.

Projektorientierung, Eigenverantwortung und Kommunikation bestimmen im Gegensatz zu Verschulung und organisatorischer und fachlicher Fragmentierung das Arbeiten im Rahmen des Studiums „TransArts“.


Eingerichtet sind ein 6-semestriges Bachelor-Studium und ein 4-semestriges Master-Studium. Nach einem Einführungsjahr im Bachelor-Studium, in dem die Fundierung in unterschiedlichen wissenschaftlichen und künstlerischen Techniken erfolgt, bestehen die beiden Studien jedes Semester aus einem einzigen künstlerisch-wissenschaftlichen Semesterprojekt, unterstützt durch eine studienbegleitende Reflexion. Während der Projektentwicklungs- und Projektumsetzungsphase werden die Studierenden von einem künstlerischen Kernteam der Klasse, sowie durch Gastlehrende betreut. Zwischenreview in der Mitte des Semesters, ebenso wie die finale Begutachtung des Semesterprojektes erfolgen durch eine weitgehend analog zusammengesetzte ExpertInnengruppe bestehend aus der Universität angehörigen Lehrenden und Visiting-Professors. Weiters organisieren und moderieren studentische TutorInnen, die dafür eine besondere Schulung erhalten, im ersten Studienjahr des Bachelor-Studium Informations-, Arbeits- und Kommunikationsprozesse der Studierenden untereinander. Lectures und Workshops, abgehalten von erstklassigen Visiting-Professors und Visiting-Lecturers, bieten den Studierenden Gelegenheit zur Wissenserweiterung und die Möglichkeit, ihre Projekte und Ideen an den Erfahrungen und Kenntnissen von im System Kunst erfolgreich tätigen Personen zu reflektieren. Den Studierenden stehen überdies die gesamte Palette theoretischer und technologischer Lehrveranstaltungen sowie die Ressourcen der künstlerischtechnologischen Abteilungen und der Werkstätten der Angewandten zur Verfügung. ...

Wenngleich Hauptfokus der Projekte im Bereich der Bildenden und Medialen Kunst liegt, ist der Prozess der Projektentwicklung und Umsetzung gekennzeichnet durch Überschreitung und Verschränkung unterschiedlicher künstlerischer und wissenschaftlicher Disziplinen. Ein Ansatz, welcher der Tatsache folgt, dass Visiting Professors aus einem breiten Feld des Systems Kunst eingeladen werden, Lectures und Workshops abzuhalten und an Projektpräsentationen teilzunehmen. Bildende Kunst soll durch Visiting Professors und Visiting Lecturers im Bachelor- und Master-Studium „TransArts“ ebenso vertreten sein, wie Medienkunst, Sound und Musik, Tanz und Performance, Architektur und Design, Kulturwissenschaften und Physik, Neurowissenschaften und Ökonomie, Literatur und Theater, GaleristInnen und KuratorInnen.

Die Studierenden haben außerdem als Teil des Studiums die Möglichkeit, Internships und Praktika in künstlerischen Ateliers, Galerien, Museen, Theatern, anderen Kulturbetrieben oder bei sonstigen Angehörigen der Cultural Community durchzuführen, um zusätzliche Erfahrungen in ihre Projekte einzubringen.
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Qualifikationsprofil (Auszug)


Im Zentrum des als künstlerischer Entwicklungsprozess verstandenen Bachelor- und Master-Studiums
„TransArts“ stehen
  • die Untersuchung relevanter künstlerischer Äußerungen der Gegenwart,
  • die integrative Verschränkung der Möglichkeiten und Wirkungen unterschiedlicher künstlerischer und wissenschaftlicher Disziplinen sowie praktischer beruflicher Erfahrungen (Transdisziplinarität),
  • die Entwicklung eines individuellen Weges der künstlerischen Formulierung und
  • die Erarbeitung eigenständiger reflexiver Positionen.

Das Studium „TransArts“ ermöglicht in Zusammenhang mit dem kreativen Prozess eine Auseinandersetzung mit künstlerischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie Erfahrungen mit unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen in verschiedenen Tätigkeitsfeldern des Systems Kunst und eine gründliche und umfassende Berufsvorbildung in Hinblick auf künstlerische, technologische und theoretische Anforderungen. Dabei ist stets Offenheit für menschliche und gesellschaftliche Fragestellungen gefordert. Eine inter- bzw. transdisziplinäre Projektpraxis setzt die Studierenden in die Lage, entlang ihrer persönlichen, individuellen Interessen ihr volles künstlerisches, technologisches und theoretisches Potential auszuschöpfen.

Ziel des Bachelor- und Master-Studiums „TransArts“ ist es, Synergien zwischen den einzelnen künstlerischen Disziplinen und den damit verbundenen Erkenntniszugängen und Forschungsansätzen für Modell- und Theoriebildung von Kunst und Wissenschaft zu erzeugen, diese in Wechselwirkung zu bringen und über einen inter- und transdisziplinären Ansatz sowie projektorientiertes Studium neue, zukunftsweisende, innovative Potentiale zu erschließen.

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AbsolventInnen des Bachelor-, sowie Master-Studiums „TransArts“ werden mit ihren, im Studium auf der Basis ihrer wissenschaftlichen, technischen, theoretischen bzw. künstlerischen Vorkenntnisse entwickelten gestalterischen Fähigkeiten im Bereich der Entwicklung und Anwendung Bildender Kunst, multimedialer und bildhauerischer Ideen und Projekte zu überzeugen wissen und darüber hinaus in der Lage sein, die Potenziale von Wechselwirkungen mit anderen künstlerischen Disziplinen sowie wissenschaftlichen Erkenntnissen und Methoden zu erkennen und in ihrer Arbeit einzusetzen. Bachelor- und Master-Studium ermöglichen, in einem breiten Feld kreativberuflicher Umgebungen tätig zu sein. Besonders der Fokus auf Transdisziplinarität und Eigeninitiative im Rahmen des Studiums „TransArts“ soll weitere, über den klassischen Kreativsektor potentiell hinausgehende Engagements vorbereiten und unterstützen.
 

Vortrag

Sabine Folie

Rendezvous mit dem Kustos.

23. Mai 2017, 10 Uhr