Künstlergespräch
23. März 2021

Leopold Kessler Künstler, Wien

Unangekündigt und unautorisiert.

Leopold Kesslers Interventionen im öffentlichen Raum

Leopold Kessler im Gespräch mit Patricia Grzonka

In Leopold Kesslers Werken geht es um persönliche Freiheiten, um Autoritäten und die Überschreitung von deren Grenzen. Das ist aber nur die eine Seite, denn genauso entstehen durch seine Interaktionen im öffentlichen Raum auch situationsbedingte, oft absurde Momente, mit denen er seine Umgebung herausfordert und provoziert. Kessler setzt dabei verschiedene Medien ein - Fotografie, Performance, Video oder dreidimensionales Arbeiten. In diesem Gespräch gibt Kessler Einblick in seine vielfältige Praxis als bildender Künstler mit einem besonderen Augenmerk auf den komplexen Interventionen im öffentlichen Raum.

Leopold Kessler (*1976, lebt und arbeitet in Wien) studierte Bildhauerei in München und Wien, wo er 2004 diplomierte. Seine Arbeiten wurden in nationalen und internationalen Einzelausstellungen - unter anderem der Malmo Konsthall, dem Bunkier Sztuki in Krakau und der Secession in Wien, sowie in Gruppenausstellungen z.B. im Broad Art Museum der Michigan State University, im Palais de Tokyo und de Appel, Amsterdam gezeigt. Auch war er Teilnehmer der Singapur Biennale 2011, der 10. Lyon Biennale und der Manifesta 5 in San Sebastian.
 
Leopold Kesslers Eingriffe in Rechtsapparate, kommerzielle Dienstleistungen und öffentliche Räume beruhen auf scharfsinnigen und trocken humorvollen Beobachtungen des städtischen Lebens und zeigen ein akutes Bewusstsein für die weltlichen Systeme, die die heutige Gesellschaft am Laufen halten. Kesslers Werke bieten auch eine einzigartige Sicht auf die Psychogeographie. Er reorganisiert die Stadt nicht mit der Rhetorik halluzinatorischer Wunder oder revolutionärer Romantik, sondern durch die Perspektive von Arbeit, Infrastruktur und Instandhaltung und verwandelt diese Systeme in eine Bühne für urbane schwarze Komödien.

www.leopoldkessler.net

Patricia Grzonka ist Kunst- und Architekturhistorikerin, Kritikerin, Kuratorin und Autorin in Wien. Sie studierte Kunstgeschichte, Kirchengeschichte und Ethnologie in Zürich und Rom und absolvierte ein Doktoratsstudium der Architekturtheorie und –geschichte am Institut für Architekturwissenschaften an der Technischen Universität Wien. Sie schrieb und schreibt u.a. für art, frieze, Kunstbulletin, Monopol, Neue Zürcher Zeitung, springerin und Texte zur Kunst und veröffentlichte Essays, Texte und Interviews in zahlreichen zeitgenössischen Kunst- und Architekturpublikationen und Ausstellungskatalogen. Sie war Gastprofessorin an der Akademie der bildenden Künste Wien und bereitet aktuell eine Publikation über Autonomie in der Architektur vor. Sie betreibt ihren Blog Architekturikonen müssen leiden auf www.patriciagrzonka.net.

www.patriciagrzonka.net

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